Ich bin gegangen

 Triggerwarnung: Gewalt, Alkoholabhängigkeit


Es gibt Geschichten, die man lange für sich behält.

Nicht, weil sie unwichtig sind – sondern weil sie weh tun.


Ich bin in einem Zuhause aufgewachsen, vor dem ich Angst hatte.

Mein Stiefvater war alkoholabhängig und wurde mir gegenüber immer wieder gewalttätig.

Ich wusste nie, was mich erwartet, wenn ich nach Hause komme.

Manchmal war schon der Weg zur Haustür schwerer als alles andere an diesem Tag.


Ich habe lange geschwiegen.

Aus Angst.

Aus Scham.

Und weil ich dachte, ich müsste das irgendwie aushalten.


Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich gemerkt habe:

So darf sich Zuhause nicht anfühlen.


Ich habe all meinen Mut zusammengenommen und mit jemandem darüber gesprochen.

Zum ersten Mal habe ich laut gesagt, was bei mir passiert.

Und zum ersten Mal habe ich gemerkt:

Ich bin nicht überempfindlich.

Ich bilde mir das nicht ein.

Und ich bin nicht schuld.


Mit Hilfe dieser Person bin ich mit 16 ausgezogen.

Ich hatte keine Möbel.

Keine Pläne.

Ich habe nur ein paar Kleidungsstücke mitgenommen.


Es war schwer.

Es war beängstigend.

Es gab Momente, in denen ich dachte, ich schaffe das nicht.


Aber ich war frei.


Heute weiß ich:

Diese Entscheidung hat mein Leben verändert.

Nicht, weil danach alles leicht war –

sondern weil ich mich selbst ernst genommen habe.


Wenn du das hier liest und dich in meinen Worten wiedererkennst:

Du bist nicht schwach.

Du übertreibst nicht.

Und du verdienst ein Leben ohne Angst.


Ich bin gegangen.

Und das war die beste Entscheidung meines Lebens.




Hinweis: Ich teile hier meine persönlichen Erfahrungen. Dieser Text ersetzt keine professionelle Hilfe.

Wenn du dich in einer akuten Gefahrensituation befindest, wende dich bitte an eine Vertrauensperson oder eine Hilfsstelle in deinem Land.


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